Marc Choffet, stellvertretender Leiter der Abteilung Prävention & Intervention bei der kantonalen Gebäudeversicherung (KGV), macht eine beunruhigende Feststellung: «Die Naturgewalten richten mehr Schaden an als früher. In den letzten vier Jahren verursachten Elementarereignisse im Kanton Freiburg 140 Millionen Franken an Schaden, was rund 70% der von der KGV übernommenen Schadenkosten entspricht.»
Mehrere Ursachen
Die Zunahme der Anzahl Schäden ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Klimaveränderung spielt zwar eine Rolle, ist aber nicht allein verantwortlich. Die Verdichtung und die Vergrösserung von Siedlungsflächen erhöhen die Anzahl an Schäden massiv. «Eine Wolke, die vor einigen Jahren die Freiburger Broye durchquerte, wird heute auf ihrem Weg auf viel mehr Hochbauten treffen als früher», erklärt Marc Choffet.
Verletzlichere Hochbauten
Eine weitere Erklärung ist, dass moderne Baukonstruktionen paradoxerweise anfälliger gegenüber Naturereignissen sind. «Bei der energetischen Sanierung wurden grosse Fortschritte erzielt, aber die Gebäudesicherheit wurde ausser Acht gelassen», betont Marc Choffet. Zeitgemässe Werkstoffe sind zwar wirksam gegen die winterliche Kälte, halten aber den Sommerstürmen weniger stand.
Wie schütze ich meine Liegenschaft?
Die Eigentümerschaften sind sich der Verletzlichkeit ihrer Liegenschaft und der möglichen Lösungen nicht immer bewusst. Wo soll ich anfangen?
Marc Choffet rät, sich zuerst über die Risiken zu informieren, denen ein Hochbau ausgesetzt ist: «Es gibt Werkzeuge, wie zum Beispiel die Abflusskarte der KGV oder das kantonale Geoportal.» Man kann sich auch bei der Gemeinde oder den Nachbarn erkundigen, ob in der Vergangenheit Schäden in der Nähe festgestellt wurden. Die von der KGV zertifizierten GEAK-Experten können ebenfalls helfen, Schwachstellen am Hochbau zu erkennen.
Sobald diese Analyse abgeschlossen ist, gibt es eine breite Palette an Lösungen zum Schutz des Hochbaus, wie zum Beispiel eine Alarmierungsbox für das automatische Hochziehen der Storen vor einem Hagelunwetter, dichte Türen und Fenster oder die Aufstockung von Lichtschächten.
In dieser Phase kann die KGV die Eigentümerschaften begleiten und sie zu den besten Lösungen und den geeigneten Finanzhilfen beraten. «Man hat alles, um es richtig zu machen», sagt Marc Choffet.