Grosser Industriestandort hart getroffen
Daniel Wirz, Leiter Hochbau, Energie und Umwelt bei Liebherr Machines Bulle SA, erinnert sich an dieses Ereignis, das alle, auch innerhalb dieses auf die Herstellung von Motoren und Komponenten für Baumaschinen spezialisierten Unternehmens, überraschte: «Plötzlich zog ein aussergewöhnlich starker Hagelunwetter über die Region. Hagelkörner von mehreren Zentimetern Durchmesser trafen die Stadt und richteten bei uns innerhalb weniger Minuten grossen Schaden an!»
Die Grösse des Industriegeländes mit über 1400 Beschäftigten auf einer Fläche von 40 Fussballfeldern macht die Schäden umso spektakulärer: gebrochene Kuppeln und Lichthöfe, eindringendes Wasser in die Produktionshallen, beschädigte Firmenfahrzeuge, gefährdete elektrische Anlagen …
Verheerendes Phänomen wird unterschätzt
Hagel ist eine oft unterschätzte Naturgefahr: «Solche Vorfälle können überall und jederzeit passieren», erklärt Yves-Laurent Blanc, Kommunikations-Verantwortlicher bei der KGV. Man meint immer, dass es den Hochbau des Nachbarn oder die Firma nebenan treffen wird, aber tatsächlich kann es bei jedem zu jeder Zeit passieren. Die Zahlen sprechen für sich: Das 15-minütige Hagelunwetter verursachte in der Region Bulle Schäden von rund 100 Millionen Franken. «Das ist das zerstörerischste Phänomen im Kanton Freiburg», betont der Verantwortliche.
Vorbildlicher Einsatz der Teams
Solidarität findet sich bei Liebherr schnell. Mit einer WhatsApp-Gruppe, die ein Jahr zuvor für Krisensituationen ins Leben gerufen wurde, schlägt Daniel Wirz Alarm. Die Reaktion lässt nicht lange auf sich warten: «Die Mitarbeitenden haben sofort reagiert. Ich habe darum gebeten, Planen zu finden, um die beschädigten Dächer abzudecken. Alle haben in Läden in ihrer Nähre gesucht. Praktisch alle Landi-Geschäft in der Region hatten keine Planen mehr!»
Dieser ausserordentliche Einsatz ermöglicht es dem Unternehmen, seine Tätigkeit bereits am nächsten Tag wieder aufzunehmen – ein Beweis für die Effizienz eines eingespielten Teams in Notsituationen.
Effiziente Präventionslösungen
Die Erfahrung von Liebherr Machines Bulle SA zeigt die Wichtigkeit, einem so unvorhersehbaren Phänomen wie Hagel vorzubeugen. Yves-Laurent Blanc erwähnt die verfügbaren Massnahmen: «Ein in das Hagelschutzsystem investierter Franken, spart 11 Franken Schaden.» Die KGV bietet zum Beispiel Boxen an, die mit den Meteo-Alarmen verbunden sind und die Storen automatisch hochziehen, bevor der Hagel eintrifft. Denn entgegen der verbreiteten Meinung sind Fenster hagelresistent, Storen hingegen sind sehr empfindlich. Dieses System, das sowohl für Industrieanlagen als auch für Einfamilienhäuser konzipiert ist, wird vollständig von der KGV subventioniert.