Es ist ein Sommertag wie jeder andere auf dem familiengeführten Bauernhof von Nicole Devaud oberhalb von Villargiroud. Morgenmelken, Kühe pflegen… Die Routine eines Landwirtschaftsbetriebs. Doch innerhalb von Sekunden ändert sich alles.

«Die Tannen wirbelten in der Luft»

Denn aus dem «starken Wind», wird plötzlich ein Tornado. Der Gebäudeteil für Vieh und Futter wurde mit voller Wucht getroffen. «Als ich zur Scheune kam, war auf einem grossen Teil kein Dach mehr», erinnert sich Nicole. Ausgerissene Eternitplatten graben sich bis zu einem Meter tief in die Erde und Teile des Dachstuhls, darunter ein 80 kg schwerer Holzbalken, werden weggewirbelt – allein das bezeugt die Heftigkeit des Geschehens.

Der damals 13-jährige Vincent, Nicoles Sohn, schaut hilflos zu: «Alles, woran ich mich erinnere, waren die Tannen, die sich drehten und durch die Luft wirbelten. Es ist ein Bild, das bleibt.»

Arbeitsstunden auf Null reduziert

Für Nicole und ihren Mann, die den Hof mit eigenen Händen gebaut hatten, ist der Schock gross: «Es dauerte eine Minute. Wir hatten keine Zeit zu reagieren. All die Stunden Arbeit, die jahrelangen Anstrengungen, in nur wenigen Sekunden weggefegt.» Im Stall versetzt der Tornado die rund 50 Kühe in Panik, die glücklicherweise gesund und munter davonkommen. «Aber am nächsten Tag spürte man, dass sie etwas ängstlich waren.»

Der schnelle Einsatz der KGV

Angesichts der Dringlichkeit – das, was noch ganz war, vor dem beginnenden Regen zu schützen – waren erste Massnahmen wichtig. Nachdem Nicole das Dach provisorisch verdeckt und die Rettungskräfte gerufen hat, kontaktiert sie die KGV. «Es ging schnell, wir mussten nicht einmal darüber reden, wie das geht oder wer was bezahlt», sagt sie. Ein wirksamer Einsatz, der eine rasche Wiederherstellung ermöglicht.

Rückfall im Jahr 2009

Das Dach der Farm wird fünf Jahre später erneut beschädigt, diesmal durch einen heftigen Hagelschlag. «Hagelkörner von 5 cm Durchmesser!», erinnert sich Vincent. Es war wie die Apokalypse.» Auch das Scheunendach bleibt nicht verschont: «Überall gab es Löcher!»

Leben mit Angst

Heute sind diese schrecklichen Ereignisse nur noch ferne Erinnerungen. Trotzdem bleibt die Verunsicherung: «Wenn Gewitter angekündigt werden, kontrollieren wir alles und denken immer daran, alles abzuschliessen», gesteht Nicole. Trotz allem ist sie optimistisch, wenn sie das Sprichwort «Nie zwei ohne drei» hört: «Nein, nein, jetzt reicht es!», antwortet sie mit einem breiten Lächeln.

La tornade a emporté une poutre de 80 kg
Der Tornado hat einen 80 kg schweren Balken mitgerissen